Der Silbertann und seine Miliz

Der Silbertann
Der Silbertann ist eine kleine Grafschaft an der nördlichen Grenze des Westlichen Königreichs auf der Welt Endiria. Markant sind die schier endlosen Blaufichtenwälder, deren blaugraue Nadeln das Land in einen leicht silbernen Hauch hüllen und die der Region ihren Namen gegeben haben. Von Süden herauf durchströmt der Fluss Ert den Silbertann. Das Gewässer ist reich an Forellen, und ab und an sind schon Flussperlen gefunden worden. Der Ert mündet weit, weit entfernt in die Eismeere des kalten Nordens.
Ebenso erstreckt sich vom Westen her in die Mitte der Grafschaft das Gorgongebirge, ein schmaler Gebirgskamm, der mit dem Adlerberg an den Ert angrenzt. Seinen Namen erhielt der Adlerberg durch die große Anzahl der Greifvögel, die ihre Nistzeit dort verbringen. Täglich kann man im Frühling den kreisenden Flug der Adler beobachten. Es heißt, selbst der König besäße einiger der Adler des Silbertann, um mit ihnen auf Jagd zu gehen.
Die Bewohner des Silbertann sind sehr naturverbunden und genießen alle Freuden, die sie daraus schöpfen können. Gerstenbrand und Dunkelbier sind nur zwei davon. Sie lieben die gemütlichen Abende in Gemeinschaft, an denen meist Volkslieder von Geigenspielern zum Besten gegeben werden. Diese gelten als die schnellsten "Fiedler" des Westlichen Königreichs und machen diesem Ruf alle Ehre. Dem Silbertanner sagt man eine gewisse Gemütlichkeit nach, aber als faul gelten sie nicht. Sie nehmen das Leben eher auf die leichte Schulter, als sich ständig zu beklagen. Jedoch können sie, wenn ein Feind ihren Frieden bedroht, durchaus zuschlagen und ihn das Fürchten lehren.
Die Hauptstadt und somit Regierungssitz Silbertanns ist Elramswacht, welches am Fuß des Adlerbergs liegt und vom Ert, dem größten Fluss der Grafschaft, durchströmt wird.
Gegründet wurde sie vor vielen hundert Jahren von einigen Siedlern unter der Führung des Bergbauern Elram Doros. Viele Jahre lang war die Wacht nur ein kleines Nest, kaum jemand zog hinzu, und so blieben die Gründer zunächst unter sich.
Eines Tages jedoch fand man Silberadern am Adlerberg, und es dauerte nicht lange, bis die Abbauarbeiten begannen. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Westlichen Königreich und zog viele Bergleute und Händler an, die dem Rausch des Silbers folgten, um ihr Glück zu finden. Aus dem einstigen kleinen Dorf wurde schnell eine Stadt, Häuser und Straßen wandelten sich zu Stein, Felder verschwanden und wurden zu Marktplätzen. Mauern wuchsen um die Stadt und Wachen wurden aufgestellt. Dies blieb vom König natürlich nicht unbemerkt und so bot er Elram Doros an, ihn gegen den monatlichen zehnten Teil der Abbauerträge zum Grafen zu erheben. So wurde Silbertann zur Grafschaft.
Etliche Jahre nach dem Tod Graf Elrams jedoch versiegte die Quelle des Reichtums, und Hacken und Schaufeln in den Silberminen trafen nur noch auf wertloses Gestein. Viele, die sich zuvor mit dem Abbau des Silbers verdingt hatten, konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Bergleute verschwanden und die, die in Elramswacht blieben, versuchten sich im Anbau von Getreide und Kartoffeln. Die Stadt verwahrloste stetig. Mauern und Häuser stürzten ein und wurden nicht wieder aufgebaut. Zu guter Letzt zog auch noch der schwarze Tod durch die Gassen und forderte von der Bevölkerung seinen Tribut.
Graf Kerlief Dolos, ein Nachfahre Elrams, sah sich gezwungen zu handeln. Und so kam es, dass er die Zwerge, die in den Tiefen des Gorgongebirges lebten, um Hilfe ersuchte und ihnen einen Handel anbot. Sie sollten den Berg bearbeiten und tiefer in ihn vordringen, um das darunterliegende Silber ans Tageslicht zu holen. Im Gegenzug versprach er ihnen, im Falle der Not an ihrer Seite zu fechten. Er sollte das Versprechen bald einlösen ...
Der Silberabbau kam wieder in die Gänge, die Bergleute kehrten zurück. Die maroden Gebäude der Stadt wurden wieder aufgebaut und alles nahm seinen gewohnten Lauf. Jedoch blieb dies nicht unbemerkt. Horden aus den nördlichen Landen kamen über die Grenze, um zu plündern und zu morden. Der König sah sich gezwungen zu handeln und schickte seine Armee aus, um die Bedrohung aufzuhalten. Nach vielen Verlusten unter den Mannen des Königs wurden die Eindringlinge jedoch in den Wäldern Silbertanns aufgehalten und zurück über die Grenzen getrieben.
Die hohen Verluste unter den Truppen veranlassen den König dazu, der Sicherung der nördlichen Grenzen höhere Priorität zu geben. Und so geschah es, dass in den Städten der Grenzgebiete Milizen ausgehoben wurden ...
Die Miliz
Die Miliz zu Silbertann wurde vor drei Jahren auf Geheiß des Königs hin ausgehoben. Ihre Aufgabe ist es - neben der Wache und Gesetzeshütung in der Stadt Elramswacht - im Falle eines Angriffes aus dem Norden den Feind so lange aufzuhalten, bis die Einsatzstreitmacht sie zu ihrer Unterstützung erreicht. Sie untersteht dem Befehl des Grafen zu Silbertann, welcher wiederum in den Diensten des Königs steht.
Die Miliz besteht aus der ehemaligen Stadtwache Elramswachts, Freiwilligen und zu einem kleinen Teil aus kleineren Gesetzesbrechern, die ihre Strafe in ihr ableisten müssen.
Aufgaben
- Schutz der Stadt Elramswacht und der Grafschaft Silbertann
- Überwachung des Silberabbaus und dessen korrekter Verwaltung
- Durchsetzung des königlichen Gesetzes
- Schutz der Nordgrenze des Westlichen Königreichs im Kriegsfall
Zusammensetzung der Miliz

Dienstgrade
Die Rangstufen innerhalb der Miliz werden durch unterschiedliche Schärpen angezeigt.

Die Miliz nimmt jeden Bürger Silbertanns in ihre Reihen auf. Auch Fremde werden nach bestandener Überprüfung aufgenommen. Einem jeden Soldaten der Miliz stehen ein monatlicher Sold, ein Bett, Kleidung und eine tägliche Ration Nahrung zu. Er handelt im Willen des Königs sowie des Grafen zu Silbertann und hat sich daher auch entsprechend zu verhalten.
Ehre dem König und dem Grafen von Silbertann!










